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Apr 17, 2015

Eigene SSH-Konfiguration verwenden

Es gibt so manche Dinge im Leben bei denen man sich fragt - wenn man sie denn einmal herausgefunden hat - warum nicht gleich so? Eines dieser Dinge ist bspw. eine eigene Konfigurationsdatei für ssh-Verbindungen. Normalerweise sieht ein Login auf einem meiner Server nämlich so aus:

$ ssh -p 12345 -i ~/.ssh/server_key user@domain

Das ist vor allem immer eine elende Tipperei. Dabei geht es auch einfacher, indem man das Ganze einfach in eine config-Datei schreibt und in seinem Homeverzeichnis unter ~/.ssh/config ablegt:

Host Servername
    HostName server.domain.de 
    Port 12345 
    User username 
    IdentityFile ~/.ssh/server_key

Danach kann man ganz einfach mit

$ ssh Servername

sich zu seinem ssh-Server verbinden. Gerade wenn man mehrere ssh-Verbindungen managen will (mit unterschiedlichen RSA-Keys) lohnt es sich eine eigene Konfigurationsdatei anzulegen.

Richtig cool ist allerdings, dass man über ssh bestimmte Ports auf dem Zielserver auf einen (nicht-privilegierten) Port auf dem lokalen Rechner mappen kann. Ich kann also bspw. meinen internen Webserver der daheim auf dem BananaPi zu administrativen Zwecken läuft auf einen beliebigen Port meines Laptops mappen und so von außerhalb bequem darauf zugreifen. Dazu muss man seine ~/.ssh/config nur wie folgt erweitern:

Host tunnel_zum_webserver 
    HostName server.domain.de 
    Port 12345 
    User username 
    IdentityFile ~/.ssh/server_key 
    LocalForward 4000 127.0.0.1:8080

Jetzt kann man mit

$ ssh -f -N tunnel_zum_webserver

eine einfache Verbindung zu seinem Webserver aufbauen und der ganze Verkehr wird über ssh getunnelt :-)

Das ganze funktioniert nicht nur mit einem Webserver, sondern auch mit allen anderen Diensten, die über das Netzwerk erreichbar sind, wie etwa Samba-Freigaben oder ein MySQL-Server... :-)

Jul 17, 2014

SSH-Server absichern

Seit geraumer Zeit betreibe ich einen kleinen stromsparenden Server, der auch über das Internet von überall mittels ssh erreichbar ist. Dieser dient mir als Zugangspunkt zu meinem Heimnetzwerk, falls ich doch einmal eine bestimmte Datei o. Ä. unterwegs brauche. Um diesen abzusichern, sollte man die Standardkonfiguration ein wenig anpassen. Die Konfigurationsdatei für den SSH-Server findet man unter '/etc/ssh/sshd_config'.

Port umlegen

Standardmäßig arbeitet der SSH-Server auf dem Port 22. Das ist leider auch so ziemlich jedem klar, der mit dem Begriff "SSH" etwas anfangen kann. Was liegt also näher, als einfach einen anderen - möglichst von keinem anderen Dienst belegten Port - einzustellen. Dazu trägt man in der 'sshd_config' folgendes ein:

...
Port 12345
...

Einziger Nachteil ist, dass man von nun an beim Aufruf von ssh mit der Option -p explizit den Port angeben muss. Allerdings bietet die Umlegung des Ports allein keinen wirklichen Sicherheitsgewinn. Ein vollständiger Portscan würde relativ schnell den richtigen Port enttarnen.

$ ssh -p 12345 user@serveradress.de

Rootlogin verbieten

Auf jeden Fall sollte man die Anmeldung als Root verbieten. So muss ein potentieller Angreifer nicht nur das Passwort, sondern auch gleich noch den richtigen Benutzernamen erraten. Um die Anmeldung als Root zu verbieten muss die Option

...
Permit RootLogin no
...

gesetzt werden. Danach kann man sich nur noch mit einem "normalen" User anmelden.

SSH-Keypair erzeugen

Wesentlich sicherer als die Eingabe eines bloßen Passwort ist die Authentifizierung mittels RSA-Key. Dabei wird auf dem Client ein Private Key und ein Public Key erzeugt und der Public Key anschließend auf den Server transferiert. Die Erstellung eines RSA-Schlüsselpaars geschieht über:

$ ssh-keygen

Danach kopiert man mittels folgendem Befehl den Schlüssel auf den Server:

$ ssh-copy-id user@serveradress.de

Von nun an wird man bei der Authentifizierung immer nach der RSA-Passphrase des RSA-Schlüssels gefragt, statt nach einem regulären Passwort.

Passwortbasierte Anmeldung verhindern

Hat man einmal eine solche Authentifizierung eingerichtet, kann man gleich auch die passwortbasierte Anmeldung unterbinden. Der Vorteil ist, dass sich jetzt nur noch derjenige anmelden kann, der über den passenden Schlüssel verfügt. Dazu muss man nur folgende Option setzen:

...
PasswortAuthentication no
...

Der Nachteil ist, dass man nun auf seinen private-Key Acht geben muss und ihn irgendwo sicher aufbewahren muss. Hat man physisch keinen Zugriff auf den Server, hilft bei Verlust des Schlüssels nur noch ein trauriger Anruf beim Hoster.

StrictHostKeyChecking

Hat man einmal die Authentifizierung mittels RSA-Keys eingerichtet, ist man im Prinzip schon recht gut abgesichert gegen Personen, die auf dem Server nichts zu suchen haben. Hat man allerdings seinen Private-Key verloren ist es prinzipiell dem Finder möglich sich auf dem Server einzuloggen (falls er die richtige Passphrase für den Private Key kennt). Zugegeben, dass sind schon recht viele Wenn's, aber 'Unverhofft kommt oft :-)'Jedenfalls kann man zusätzlich noch das Strict Host Key Checking aktivieren. Dazu setzt man folgende Option:

...
StrictHostKeyChecking yes
...

Das bewirkt, dass sich nur dem Server bereits bekannte Hosts anmelden dürfen. Dabei wird der Client-Host-Key mit denjenigen Keys in der Datei '\~/.ssh/known_hosts' bzw. '/etc/ssh/known_hosts' abgeglichen.

Fazit

Mit diesen relativ einfachen Mitteln hat man gegenüber der Standardkonfiguration schon einiges an zusätzlicher Sicherheit gewonnen. Absolute Sicherheit wird es wohl leider nie geben, sodass man auch weiterhin Serverlast und die Log-Files auf Unstimmigkeiten überwachen sollte. Man kann also nur hoffen, dass man es einem potentiellen Angreifer so schwer wie möglich macht und dass dieser sich dann lieber weniger aufwändigen Zielen zuwendet.