I3 ein Tiling-Fenstermanager für X
Nein in diesem Artikel geht es nicht um den sportlichen BMW i3, sondern um einen Fenstermanager namens i3. Wer also auf der Suche nach Fahrberichten oder Ähnliches hier gelandet ist, den muss ich leider enttäuschen ;-). Im nachfolgenden Aktikel geht es vielmehr um einen sogenannten Fenstermanager namens i3. Fenstermanager, hä? Genau!
Bis vor kurzer Zeit hätte ich mit dem Begriff genauso wenig anfangen können. Grob gesagt ist ein Fenstermanager für das Minimieren, Maximieren, Öffnen und Schließen von Fenstern innerhalb einer grafischen Oberfläche zuständig. Irgendwann im letzten Jahr stolperte ich eher durch Zufall im ubuntuusers wiki über eine Seite auf der mehere Fenstermanager aufgelistet waren. Das machte mich ein wenig neugierig, kannte ich doch bis dato nur komplette Desktopumgebungen wie Gnome, Xfce oder Kde; aus der Windows-Welt war mir dieser Begriff ebenso unbekannt...
Dabei kommen zwei unterschiedliche Konzepte zum Einsatz: Bei "normalen" Fenstermanagern kann man die einzelnen Fenster beliebig verschieben und sie verdecken sich gegenseitig und/oder überlappen einander. Im Gegensatz dazu ordnen Tiling-fähige (wie eben bspw. i3 oder dwm) wiederum alle Fenster neben und untereinander an, sodass kein Fenster verdeckt ist. Ein großer Vorteil dieses bereits seit den 80er-Jahren bekannten Konzepts ist, dass sich Tiling-fähige Fenstermanager auch sehr gut über die Tastatur steuern lassen.
Installieren lässt sich i3 bequem aus den Debian-Paketquellen mittels
apt-get install i3. Gleich mit installiert wird dabei eine hübsche
Statusleiste "i3-bar"(wer nur den reinen Fenstermanager ohne die
Statusleiste möchte installiert einfach nur das Paket i3-wm). Nun trägt
man noch in der .xinitrc die Zeile "exec i3" ein und kann mittels startx
den Fenstermanager starten. Wer möchte kann sich auch einfach einen
Loginmanager wie z.B. slim oder
xdm installieren. Will man bequem auf
seine installierten Anwendungen mittels Menü zugreifen, sollte man sich
auf jeden Fall noch das Paket "suckless-tools" installieren (wird bei
der Installation von i3 automatisch mit installiert). Das darin
befindliche "dmenu" integriert sich wunderbar in i3. Nach dem ersten
Start wird man gefragt, wo i3 seine Konfigurationsdatei ablegen soll und
welche Meta-Taste (Alt oder die Windows-Taste; ich nehme lieber die
Alt-Taste) verwendet werden soll. Danach kann man direkt los legen.
Die wichtigsten Tastenkombinationen sind wohl:
- ALT+Enter: Terminal öffnen
- ALT+D: Dmenu öffnen
- ALT+SHIFT+Q: aktuelles Fenster schließen
- ALT+SHIFT+E: i3 beenden
- ALT+j: Fokuswechsel nach links
- ALT+k: Fokuswechsel nach oben
- ALT+l: Fokuswechsel nach unten
- ALT+ö: Fokuswechsel nach rechts
- ALT+v: vertikaler Split
- ALT+h: horizontaler Split
- ALT+e: Wechsel zwischen horizontalem und vertikalem Split
- ALT+s: Stacking-Modus
- ALT+w: Tabbing-Modus
- ALT+f: Vollbild des aktuellen Fensters
- ALT+1,2,3,n: Arbeitsfläche 1,2,3,n wechseln
Eine vollständige Übersicht und zudem eine Anleitung zur Konfiguration von i3 kann man der offiziellen Dokumentation entnehmen. Beschrieben ist dort bspw. wie man eine andere Schriftart einstellt, oder wie man Tastenbelegungen ändert. Darüber hinaus ist dort beschrieben, wie man die Statusleiste "i3-bar" seinen Bedürfnissen anpassen kann.
Für mich persönlich ist i3 genau das, was ich gesucht habe. Ein einfacher, mächtiger Fenstermanager, der sich vollkommen über die Tastatur bedienen lässt. Das Tilingkonzept finde ich in höchstem Maße spannend und ich habe vor in der nächsten Zeit noch den ein oder anderen Kollegen aus dieser Zunft auszuprobieren. Insbesondere im Ressourcenverbrauch denke ich, geht noch was :-)