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Jun 10, 2017

Atyfb auf dem Dell Latitude CPx H500GT

Seit geraumer Zeit besitze ich einen schon in etwas die Jahre gekommenen (manch einer würde sagen antiken) Dell Latitude CPx H500GT. Ein 14-Zoll Notebook mit einer 500MHz Pentium-III CPU und 256 MB Ram aus dem Jahr 2000. Zwar ist das nichts mit dem man heute noch irgendwen beeindrucken kann, aber das Ding ist in tadelosem Zustand und auf der Tastatur tippen sich die Blogposts wie in Butter ☺. Installiert ist ein aktuelles Debian "Stretch", ohne X - und was soll ich sagen, alles läuft so wie es soll. Zumindest mittlerweile. Ich hatte nämlich bis dato ziemliche Probleme das richtige Kernelmodul für die verbaute ATI Mach64 Grafikkarte zu laden. Nach langem hin-und-her, habe ich jetzt endlich zumindest einen Workaround gefunden mit dem das atyfb-Kernelmodul geladen werden kann.

Einen ersten Schritt in die richtige Richtung brachte das Einfügen der Zeile GRUB_TERMINAL=console in der Datei /etc/default/grub. Gesagt getan und siehe da man kann nun mit sudo modprobe atyfb das richtige Kernelmodul laden.

Das Ganze zu automatisieren war wiederum eine andere Geschichte. Für das Laden spezifischer Kernelmodule zum Bootzeitpunkt ist der SystemD-Dienst systemd-modules-load.d.service zuständig, der zunächst im Ordner /etc/modules-load.d nach *.conf Dateien Ausschau hält und dann die darin genannten Kernelmodule lädt. So weit zur Theorie. Legt man in diesem Verzeichnis eine Datei atyfb.conf und schreibt in diese den gleichnamigen Modulnamen atyfb so sollte dieses beim Systemstart geladen werden. Eigentlich. Nach langem hin und her und nach einem aufmerksamen durchlesen der Ausgabe von journalctl -xe | less fand ich den Hinweis, dass das Kernelmodul nicht geladen werden konnte, weil es auf einer blacklist stand. Das Ganze brachte mich dann wiederum zu der Frage ob so eine Blacklist noch an anderer Stelle als unter /etc/modprobe.d geführt wird und siehe da mit der Brachialmethode grep -r atyfb / 2>/dev/null erschien die verräterische Zeile /lib/modprobe.d/blacklist-fbdev: blacklist atyfb, die ich nur noch auskommentieren musste.

Jedenfalls klappt es nun und das richtige Kernelmodul wird beim Systemstart geladen. So richtig smooth ist diese Methode allerdings noch nicht. Warum auch immer werden Einstellungen, die ich in der Datei /etc/default/console-setup vorgenommen habe nicht beim Start geladen. Hier hilft immer nur ein manuelles systemctl restart console-setup.service. Man kann halt nicht alles haben und vermutlich ist das der Preis, wenn man auf 17 Jahre alter Hardware unterwegs ist ☺.

Apr 07, 2017

Alles neu

Der ein oder andere (wieviele lesen hier eigentlich mit?) wird es vermutlich bemerkt haben, hier hat sich einiges verändert. Nachdem ich es Anfang Februar versäumt hatte rechtzeitig ein Sicherheitsupdate für Wordpress einzuspielen wunderte ich mich nicht schlecht, dass mich am morgen eine kurdische Flagge und der Slogan 'long live the Peshmerga' auf meiner Website stand. Jedenfalls war das der Auslöser hier mal ein paar Dinge umzustellen. Schon seit längerer Zeit habe ich mit dem Gedanken gespielt von einer Wordpressumgebung auf eine statisch vorgenerierte Website umzustellen.

Im Wesentlichen war ich ganz zufrieden mit Wordpress, ich hatte nur den Eindruck für das was es hier zu sehen gibt ist ein ganzes Content-Management-System eine Spur zu überdimensioniert - wer braucht schon ne ganze Datenbank für ein bißchen Text und ein paar Bilder? Von den Anforderungen an ein Backup ganz zu schweigen.

Long story short...ich habe das Ganze jetzt mal ein wenig verschlankt. Ich schreibe immer noch meine Blogartikel in markdown mit vim und benutze jetzt Pelican um daraus mein Blog zu bauen. Die fertigen html-Dateien lade ich dann via rsync auf meinen vServer hoch. Fertig :-). Als Theme verwende ich das Theme Blue Penguin, das ich ein wenig an meine Bedürfnisse angepasst habe.

Das ganze funktioniert ausgesprochen gut, aber wehe du willst etwas an dem Theme ändern und hast eigentlich keine Ahnung von CSS. Dann geht das Theater los. Irgendwie ist Webentwicklung eklig und so richtig Spaß kommt da nicht auf. Aber so ganz ohne Theme ist's auch ein bißchen fade. Naja zum Glück gibts übrigens den Entwicklermodus (einfach mal Strg+Shift+i drücken) im Chromium, da lässt sich ziemlich charmant live am css herumfummeln und man sieht sofort die Auswirkungen.

Der große Vorteil ist allerdings, dass die Generierung dieser Website keine nennenswerten Hardwareressourcen verbraucht. Damit sind jetzt auch wieder Blogposts auf fast zwanzig Jahre alter Hardware möglich ☺