Slitaz-base auf dem Thinkpad 600E
Was gibt es schöneres an einem sonnigen Tag als auf einem etwas betagten Laptop Linux zu installieren? Obwohl das Thinkpad 600E mit seinem Pentium II Prozessor und 192 MB Ram durchaus genug Power besitzt um eine grafische Oberfläche zu zeichnen, habe ich mich diesmal für eine Konsole-only Variante entschieden. Als Basis hierfür habe ich diesmal Slitaz genommen, dass in dem Ruf steht auch auf einem 486er mit nur 16 MB Ram noch lauffähig zu sein (ein Test steht da noch aus :-) )
Iso-Image besorgen und davon booten
Zunächst habe ich mir auf der Slitaz-Homepage ein aktuelles Iso-Image der Stable-Version heruntergeladen. Dabei kann man zwischen verschiedenen Versionen (‘Flavors’) wählen. Hier gibts eine direkte Übersicht. Ich habe mich für die ‘base’ Variante entschieden, mit lediglich 8 MB. Für die Installation habe ich mich an die unter folgendem Link einsehbaren Anleitung gehalten.
Partitionen erstellen
Als erstes muss die Festplatte partitioniert werden. Im Prinzip reichen mir zwei Partitionen aus; eine ‘Root-Partition’ und eine ‘Swap-Partition’. Natürlich kann man das aber machen wie man will. Gerade wenn man noch andere Betriebssysteme auf dem Rechner installiert, lohnt es sich vielleicht noch über eine separate ‘Home-Partition’ nachzudenken. Nach dem Partitionieren müssen noch die erstellten Partitionen mit dem gewünschten Dateisystem formatiert werden:
~# mkswap /dev/hda2 && swapon /dev/hda2
~# mkfs.ext4 /dev/hda1
Danach sollte ~# blkid etwa folgendes ausgeben:
/dev/hda1: UUID="42ea812e-58c6-437f-a624-05e162ae116b" TYPE="ext4"
/dev/hda2: UUID="8962e5a4-1630-44e6-85fe-71b3254c9ac3" TYPE="swap"
Partition einbinden
Als nächstes muss die Root-Partition in das Dateisystem eingebunden werden:
~# mkdir /mnt/slitaz && mount /dev/hda1 /mnt/slitaz
Da bei mir das Einbinden der base-CDRom aus einem mir unerfindlichen Grund nicht klappen wollte, habe ich mir das Iso-Image manuell heruntergeladen und als loop-device eingebunden:
~# wget http://mirror.switch.ch/ftp/mirror/slitaz/iso/stable/flavors/slitaz-4.0-base.iso
~# mount -o loop slitaz-4.0-base.iso /media/cdrom
Bootkernel kopieren und Root-Dateisystem extrahieren
Boot-Verzeichnis erstellen:
~# mkdir /mnt/slitaz/boot
~# cp -a /media/cdrom/vmlinuz-* /mnt/slitaz/boot
~# cp /media/cdrom/rootfs.gz /mnt/slitaz
~# cd /mnt/slitaz
~# lzma d rootfs.gz -so | cpio -id
~# rm rootfs.gz init
~# grub-install --root-directory=/mnt/slitaz /dev/hda
menu.lst in /slitaz/boot/grub/ mit
folgendem Inhalt erstellen:
title slitaz
root(hd0,0)
kernel /boot/vmlinuz-2.6.37-slitaz root=/dev/hda1 vga=791
Die Option vga=791 aktiviert beim Thinkpad 600E praktischerweise den
Framebuffer und stellt die Auflösung auf 1024x768x16.
Nach einem Reboot hat man (hoffentlich :-) ) ein schlankes, frisches
Slitaz auf der Festplatte. Was jetzt noch fehlt ist nur noch die Audio
Unterstützung.
Audio
Die Treiber für die im Thinkpad verbaute Cirrus Logic CS 4610/11
Soundkarte befinden sich im Paket hardware-thinkpad-600e-1.0, welches
mittels folgendem Kommando installiert werden kann:
~# tazpkg get-install hardware-thinkpad-600e-1.0
~# tazpkg get-install alsa-lib alsa-utils
~# soundconf
alsamixer auf, sollte die Soundkarte dort angezeigt werden. Falls beim
Abspielen eines Audiostückes kein Ton kommt, sollte man prüfen ob der
Benutzer auch in der Gruppe audio ist und der Ausgabekanal im
alsamixer nicht auf mute steht :-)