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Mär 24, 2015

Slitaz-base auf dem Thinkpad 600E

Was gibt es schöneres an einem sonnigen Tag als auf einem etwas betagten Laptop Linux zu installieren? Obwohl das Thinkpad 600E mit seinem Pentium II Prozessor und 192 MB Ram durchaus genug Power besitzt um eine grafische Oberfläche zu zeichnen, habe ich mich diesmal für eine Konsole-only Variante entschieden. Als Basis hierfür habe ich diesmal Slitaz genommen, dass in dem Ruf steht auch auf einem 486er mit nur 16 MB Ram noch lauffähig zu sein (ein Test steht da noch aus :-) )

Iso-Image besorgen und davon booten

Zunächst habe ich mir auf der Slitaz-Homepage ein aktuelles Iso-Image der Stable-Version heruntergeladen. Dabei kann man zwischen verschiedenen Versionen (‘Flavors’) wählen. Hier gibts eine direkte Übersicht. Ich habe mich für die ‘base’ Variante entschieden, mit lediglich 8 MB. Für die Installation habe ich mich an die unter folgendem Link einsehbaren Anleitung gehalten.

Partitionen erstellen

Als erstes muss die Festplatte partitioniert werden. Im Prinzip reichen mir zwei Partitionen aus; eine ‘Root-Partition’ und eine ‘Swap-Partition’. Natürlich kann man das aber machen wie man will. Gerade wenn man noch andere Betriebssysteme auf dem Rechner installiert, lohnt es sich vielleicht noch über eine separate ‘Home-Partition’ nachzudenken. Nach dem Partitionieren müssen noch die erstellten Partitionen mit dem gewünschten Dateisystem formatiert werden:

~# mkswap /dev/hda2 && swapon /dev/hda2

~# mkfs.ext4 /dev/hda1

Danach sollte ~# blkid etwa folgendes ausgeben:

/dev/hda1: UUID="42ea812e-58c6-437f-a624-05e162ae116b" TYPE="ext4"
/dev/hda2: UUID="8962e5a4-1630-44e6-85fe-71b3254c9ac3" TYPE="swap"

Partition einbinden

Als nächstes muss die Root-Partition in das Dateisystem eingebunden werden:

~# mkdir /mnt/slitaz && mount /dev/hda1 /mnt/slitaz

Da bei mir das Einbinden der base-CDRom aus einem mir unerfindlichen Grund nicht klappen wollte, habe ich mir das Iso-Image manuell heruntergeladen und als loop-device eingebunden:

~# wget http://mirror.switch.ch/ftp/mirror/slitaz/iso/stable/flavors/slitaz-4.0-base.iso

~# mount -o loop slitaz-4.0-base.iso /media/cdrom

Bootkernel kopieren und Root-Dateisystem extrahieren

Boot-Verzeichnis erstellen:

~# mkdir /mnt/slitaz/boot

Bootkernel kopieren:

~# cp -a /media/cdrom/vmlinuz-* /mnt/slitaz/boot

gepacktes Root-FS kopieren:

~# cp /media/cdrom/rootfs.gz /mnt/slitaz

In das Dateisystem wechseln:

~# cd /mnt/slitaz

Root-FS entpacken und dekomprimieren:

~# lzma d rootfs.gz -so | cpio -id

~# rm rootfs.gz init

Bootloader installieren:

~# grub-install --root-directory=/mnt/slitaz /dev/hda

GRUB-Konfigurationsdatei menu.lst in /slitaz/boot/grub/ mit folgendem Inhalt erstellen:

title  slitaz
       root(hd0,0)
       kernel /boot/vmlinuz-2.6.37-slitaz root=/dev/hda1 vga=791

Die Option vga=791 aktiviert beim Thinkpad 600E praktischerweise den Framebuffer und stellt die Auflösung auf 1024x768x16.
Nach einem Reboot hat man (hoffentlich :-) ) ein schlankes, frisches Slitaz auf der Festplatte. Was jetzt noch fehlt ist nur noch die Audio Unterstützung.

Audio

Die Treiber für die im Thinkpad verbaute Cirrus Logic CS 4610/11 Soundkarte befinden sich im Paket hardware-thinkpad-600e-1.0, welches mittels folgendem Kommando installiert werden kann:

~# tazpkg get-install hardware-thinkpad-600e-1.0

Fehlt nur noch alsa:

~# tazpkg get-install alsa-lib alsa-utils

Soundhardware konfigurieren:

~# soundconf

Jetzt sollte die Soundkarte fertig eingerichtet sein. Ruft man jetzt den alsamixer auf, sollte die Soundkarte dort angezeigt werden. Falls beim Abspielen eines Audiostückes kein Ton kommt, sollte man prüfen ob der Benutzer auch in der Gruppe audio ist und der Ausgabekanal im alsamixer nicht auf mute steht :-)

Aug 12, 2014

Back to the roots

Momentan nutze ich als Hauptrechner ein Thinkpad T500 mit Centrino2 Prozessor und 2GB RAM sowie einer 120GB SSD. Das ganze läuft unter Debian. Das Problem es läuft so gut, dass es schon langweilig ist (ja ja ich weiß Wohlstandsprobleme) ;-) Nein im Ernst, es gibt keine Anwendung die ich momentan nutze, die auch nur annähernd das Thinkpad ins Schwitzen bringen würde. Alles läuft flüssig und stabil und dazu ohne nennenswerte Wartezeiten (dank SSD); selbst Flash ;-) Das Problem mit soviel Leistung ist, man weiß am Ende gar nicht mehr, welche Software wirklich leichtgewichtig ist, denn es startet eh alles in Sekundenschnelle.

Also dachte ich mir, wie würde das Ganze denn wohl auf einem System aus den 2000er Jahren aussehen. Ist es ein 14 Jahre altes System wirklich noch Alltagstauglich oder eignet es sich nur noch als Spielerei für Konsolenjunkies :-)

Das hierbei einige meiner in den letzten Jahren liebgewonnenen Anwendungen zwangsläufig leichtgewichtigeren weichen müssen versteht sich fast von selbst. Aber dafür ist nun Platz für neue (unbekannte?) Anwendungen, die ich sonst vielleicht nie ausprobiert hätte.

Die Hardware

Als Setup nehme ich den guten alten Medion PC aus dem Jahre 2000. Ich mochte den Rechner damals schon als er auf den Markt kam, nicht zuletzt wegen des Midi-Tower-Designs. An Hardware steckt folgendes drin:

  • Pentium III @ 900 Mhz
  • 128 MB PC-100 SDRAM
  • 80 GB Hitachi Festplatte
  • Geforce 5600 GT
  • Soundblaster Live

Bis auf die Grafikkarte (die ich wegen ihres digitalen Ausgangs wählte) also ein klassisches System aus dem Jahr 2000.

OS

Die Gretchenfrage wieder einmal. Debian ist momentan immer noch meine Lieblingsdistribution, aber hier wollte ich die Chance einmal nutzen und über den Tellerrand dieser 'Rundum-Sorglos-Distribution' blicken und auch mal etwas anderes ausprobieren. Momentan bin ich noch etwas unentschieden, ob ich eine vorgefertigte Distribution (wie etwa ArchBang oder Slitaz) oder aber mir die einzelnen Komponenten selbst zusammen stelle. Mal schauen, je nach Bastellaune am Wochenende :-)