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Jul 06, 2016

Erste Schritte mit dem neuen vServer

Seit geraumer Zeit schlage ich mich mit dem Gedanken herum, meine Webseite auf einen eigenen Rootserver umzuziehen. Hauptgrund ist dabei die Möglichkeit den gesamten Verkehr über https laufen zu lassen (Let's Encrypt lässt grüßen :-) ) und darüber hinaus auch automatisiert regelmäßige Backups anlegen zu können. Ersteres lässt sich mein momentaner Webspaceanbieter nämlich fürstlich bezahlen, Letzteres war bisher von mir nur sporadisch gepflegt worden da man Backups nur manuell in der Administrationsoberfläche anstoßen konnte.

Das Mehr an Flexibilität (den Spaß nicht zu vergessen :-) ) geht jedoch einher mit einem gestiegenen Wartungsaufwand sowie einem hohen Maß an Verantwortung; schließlich ist man auch direkt verantwortlich, wenn der Server gekapert wird, weil man ihn nicht richtig abgesichert hat und nun Amok läuft. Entscheiden musste ich mich letztendlich nur noch, ob ich mir einen eigenen kleinen Server zu Hause hinstelle oder ob ich etwas Passendes miete. Nach einigem hin und her habe ich mich dann für die Mietoption entschieden, jedoch statt eines echten physischen Servers "nur" einen virtualisierten gemietet. Zum einen war mir ein ausgewachsener Rootserver mit 8-Kern-CPU und Gigabytes voll RAM dann doch 'ne Nummer zu oversized für meine Bedürfnisse, zum anderen zahlt man für solche Rechenknechte auch ein hübsches Sümmchen monatlich. Da bieten gerade die kleineren vServer eine gute Mischung aus Preis und verfügbarer Leistung und sollten für kleinere Projekte vollkommen ausreichen. Gesagt getan, der Server war bestellt und schon nach 5 (!) Minuten bekam ich die Mail mit den Zugangsdaten. Und das am Freitag Abend nach 19 Uhr; Respekt :-)

Erste Schritte

Mit den Zugangsdaten kann man sich nun via SSH auf dem Server als root einloggen. Das erste, was man auf jeden Fall tun sollte ist das Passwort zu ändern:

#: passwd

da der Server bei Auslieferung noch auf Englisch gestellt war, habe ich ihn kurzerhand auf Deutsch umgestellt:

#: dpkg-reconfigure locales

dort die entsprechenden locales auswählen und dann mittels

#: locale-gen

generieren. Da ich nicht gerne ständig im root-Kontext arbeite erstelle ich mir gleich einen eigenen Benutzer

#: adduser vserver-user

SSH-Dienst absichern

Neben einer Firewall wohl der wichtigste Punkt. Momentan kann man sich via SSH mittels Passwort anmelden und auch root kann sich dort anmelden. Um auch hier ein gesteigertes Maß an Sicherheit zu bekommen, sollte man auf jeden Fall den SSH-Login auf Publickey Authentication umstellen und die Anmeldung via Passwort unterbinden; darüber hinaus sollte es dem root user nicht erlaubt sein, sich überhaupt per SSH einzuloggen. Die einzelnen Punkte habe ich hier schonmal beschrieben.

Firewall einrichten

Der nächste Punkt auf der Liste ist die Einrichtung einer Firewall, wenn man nicht will, das die Serverdienste munter und unkontrolliert mit der Außenwelt kommunizieren können. Ich setze dabei auf die 'uncomplicated firewall' bzw. 'ufw', die ein leicht zu bedienendes Frontend für iptables bietet. Als erstes erstellen wir eine Standardregel und verbieten grundsätzlich alles, danach erlauben wir speziell den ssh-Dienst und dann schalten wir noch das logging ein:

#: ufw default deny
#: ufw allow ssh
#: ufw logging on

fail2ban

Ich hatte den Server keine halbe Stunde und schon klopften die ersten Idioten an die Tür, wie mir ein Blick in die Datei

/var/log/auth.log

verrät. Standardmäßig haben sie beliebig viele Versuche um reinzukommen. Um das einzuschränken, bietet sich fail2ban an. Dieses nützliche, in Python geschriebene Programm, scant periodisch verschiedene Logdateien nach verdächtigen Inhalten (z.B. mehrfach gescheiterte Login-Versuche pro IP) und sperrt bspw. eine IP-Adresse nach zuvielen gescheiterten Loginversuchen. Den Status eines 'jails' kann man jederzeit via

#: fail2ban-client status ssh

abrufen.

Fazit

Ich denke, wenn man diese Punkte erst einmal abgearbeitet hat, hat man seinen Server schon ein bedeutendes Maß sicherer gemacht und kann nachts etwas ruhiger schlafen. Absolute Sicherheit gibt es leider nicht, daher sollte man seinen Server regelmäßig kritisch beobachten und vor allem regelmäßg Sicherheitsaktualisierungen einspielen.

Jul 17, 2014

SSH-Server absichern

Seit geraumer Zeit betreibe ich einen kleinen stromsparenden Server, der auch über das Internet von überall mittels ssh erreichbar ist. Dieser dient mir als Zugangspunkt zu meinem Heimnetzwerk, falls ich doch einmal eine bestimmte Datei o. Ä. unterwegs brauche. Um diesen abzusichern, sollte man die Standardkonfiguration ein wenig anpassen. Die Konfigurationsdatei für den SSH-Server findet man unter '/etc/ssh/sshd_config'.

Port umlegen

Standardmäßig arbeitet der SSH-Server auf dem Port 22. Das ist leider auch so ziemlich jedem klar, der mit dem Begriff "SSH" etwas anfangen kann. Was liegt also näher, als einfach einen anderen - möglichst von keinem anderen Dienst belegten Port - einzustellen. Dazu trägt man in der 'sshd_config' folgendes ein:

...
Port 12345
...

Einziger Nachteil ist, dass man von nun an beim Aufruf von ssh mit der Option -p explizit den Port angeben muss. Allerdings bietet die Umlegung des Ports allein keinen wirklichen Sicherheitsgewinn. Ein vollständiger Portscan würde relativ schnell den richtigen Port enttarnen.

$ ssh -p 12345 user@serveradress.de

Rootlogin verbieten

Auf jeden Fall sollte man die Anmeldung als Root verbieten. So muss ein potentieller Angreifer nicht nur das Passwort, sondern auch gleich noch den richtigen Benutzernamen erraten. Um die Anmeldung als Root zu verbieten muss die Option

...
Permit RootLogin no
...

gesetzt werden. Danach kann man sich nur noch mit einem "normalen" User anmelden.

SSH-Keypair erzeugen

Wesentlich sicherer als die Eingabe eines bloßen Passwort ist die Authentifizierung mittels RSA-Key. Dabei wird auf dem Client ein Private Key und ein Public Key erzeugt und der Public Key anschließend auf den Server transferiert. Die Erstellung eines RSA-Schlüsselpaars geschieht über:

$ ssh-keygen

Danach kopiert man mittels folgendem Befehl den Schlüssel auf den Server:

$ ssh-copy-id user@serveradress.de

Von nun an wird man bei der Authentifizierung immer nach der RSA-Passphrase des RSA-Schlüssels gefragt, statt nach einem regulären Passwort.

Passwortbasierte Anmeldung verhindern

Hat man einmal eine solche Authentifizierung eingerichtet, kann man gleich auch die passwortbasierte Anmeldung unterbinden. Der Vorteil ist, dass sich jetzt nur noch derjenige anmelden kann, der über den passenden Schlüssel verfügt. Dazu muss man nur folgende Option setzen:

...
PasswortAuthentication no
...

Der Nachteil ist, dass man nun auf seinen private-Key Acht geben muss und ihn irgendwo sicher aufbewahren muss. Hat man physisch keinen Zugriff auf den Server, hilft bei Verlust des Schlüssels nur noch ein trauriger Anruf beim Hoster.

StrictHostKeyChecking

Hat man einmal die Authentifizierung mittels RSA-Keys eingerichtet, ist man im Prinzip schon recht gut abgesichert gegen Personen, die auf dem Server nichts zu suchen haben. Hat man allerdings seinen Private-Key verloren ist es prinzipiell dem Finder möglich sich auf dem Server einzuloggen (falls er die richtige Passphrase für den Private Key kennt). Zugegeben, dass sind schon recht viele Wenn's, aber 'Unverhofft kommt oft :-)'Jedenfalls kann man zusätzlich noch das Strict Host Key Checking aktivieren. Dazu setzt man folgende Option:

...
StrictHostKeyChecking yes
...

Das bewirkt, dass sich nur dem Server bereits bekannte Hosts anmelden dürfen. Dabei wird der Client-Host-Key mit denjenigen Keys in der Datei '\~/.ssh/known_hosts' bzw. '/etc/ssh/known_hosts' abgeglichen.

Fazit

Mit diesen relativ einfachen Mitteln hat man gegenüber der Standardkonfiguration schon einiges an zusätzlicher Sicherheit gewonnen. Absolute Sicherheit wird es wohl leider nie geben, sodass man auch weiterhin Serverlast und die Log-Files auf Unstimmigkeiten überwachen sollte. Man kann also nur hoffen, dass man es einem potentiellen Angreifer so schwer wie möglich macht und dass dieser sich dann lieber weniger aufwändigen Zielen zuwendet.

Okt 05, 2013

Bonjour Raspberry Pi

Lange habe ich hin und her überlegt ob ich mir einen Raspberry Pi zu legen soll. Mittlerweile haben immer mehr Leute in meinem Umkreis ein solches Gerät und betreiben es mit xbmc direkt am Fernseher. Leistungstechnisch ist der Pi nicht so der Hammer; in etwa vergleichbar mit einem Pentium II mit 300 MhZ. Unschlagbar dagegen ist er allerdings im Stromverbrauch. Das prädestiniert ihn direkt für einen 24/7 Betrieb als kleiner Heimserver.

Installiert habe ich Raspian, ein etwas angepasstes Debian-Wheezy. Die Installation war in einer guten Stunde erledigt (wobei der Download und das kopieren auf die SD-Card am längsten gedauert haben). Einfach das fertige Image herunterladen, entpacken und mittels "dd if=/pfad/zum/Image of=/dev/SD-Card bs=4M" auf die SD-Karte schreiben. Fertig. Nun noch rebooten und schon ist der Pi einsatzbereit. Wie man sieht läuft noch nicht ganz so viel; was sich aber in der nächsten Zeit ändern wird :-)

Es ist auf jeden Fall ein sehr interessantes Gerät. Für das was ich vorhabe hat der Pi auf jeden Fall genug Leistung und ist dazu auch nicht so energiehungrig.