Bonjour Banana Pi
Seit etwa zwei Monaten fristet mein kleiner Raspberry Pi, den ich bis dahin immer als Homeserver eingesetzt habe, sein Dasein als Entertainment-Center an meinem Fernseher. Da ich auf einen immer laufenden, stromsparenden Server-PC nicht gerne verzichten möchte musste also Ersatz her.
Mein erster Gedanke war die Anschaffung eines zweiten Raspberry Pi, da
ich bis dahin mit dem Gerät durchweg positive Erfahrungen gemacht habe.
Einzig die relativ bescheidene Leistung des Rapi bewog mich dazu mich
einmal ein wenig nach Alternativen umzusehen. Und deren gibt es
zahlreiche.
Angefangen vom Cubieboard,
über Pogoplug (n.b. was
für ein dämlicher Name :-) ) bis hin zum
Beaglebone gibt es
zahlreiche Alternativen, die preislich (bis auf den Pogoplug) sämtlich
jenseits dessen waren, was ich bereit war auszugeben. Lediglich ein
Kandidat schaffte es mich vom Preis und von den Leistungsdaten her
neugierig zu machen, der Banana Pi.
Die Ähnlichkeit mit dem Raspberry Pi ist frappierend aber durchaus gewollt. Zum einen sollen (angeblich) die Erweiterungsplatinen für den Raspberry Pi auch für den Banana Pi nutzbar sein, zum anderen möchten die Entwickler gerne ein wenig von dem PR-Kuchen des Raspberry Pi abhaben :-)
Vergleicht man die Hardwareausstattung direkt mit der des Raspberry, so merkt man sehr deutlich, dass der Banana Pi wesentlich mehr Dampf unter der Haube hat:
- Dual Core Arm Cortex A7
- Mali G400MP2 Grafikchip
- 1 GB DDR3-RAM
- Gigabit Ethernet
- SATA Port
Damit hat dieser Winzling schon mal deutlich mehr Pfeffer als ein Großteil der übrigen, hier vorhandenen Rechner. Darüber hinaus ermöglicht der eingebaute SATA-Port einen direkten Anschluss einer 2.5 Zoll Festplatte.
OS
Etwas, wo ich diesmal gar nicht so lange nachdenken musste, war die Wahl des Betriebssystems. Mittlerweile haben alle "großen" Distributionen einen eigenen ARM Port und sind somit auf dem Banana Pi lauffähig. Ich habe mich letztlich für eine an die Hardware des Banana Pi angepasste Version von Raspbian entschieden, einfach weil ich damit bereits recht gute Erfahrungen mit dem Raspberry Pi gemacht habe. Kurz überlegt habe ich noch, ob ich nicht vielleicht ArchLinux ausprobieren sollte, aber da der Banana Pi in erster Linie als Server laufen sollte und es mir da nicht so sehr auf Bleeding-Edge und das allerneueste vom Neuesten ankommt, habe ich das wieder verworfen.
Auf der Herstellerseite findet man eine ganze Reihe an angepassten Iso-Images, die auf dem Banana Pi laufen. Die Installation geht, wie auch beim Raspberry Pi, ganz locker von der Hand. Einfach das Iso-Image mittels dd auf die SD-Card schreiben und fertig:
# dd if=/pfad/zur/iso of=/pfad/zur/sdcard bs=1M && sync
Nach dem Start führt man noch 'raspi-config' aus und passt den Banana Pi an seine Bedürfnisse an. Dort kann man übrigens auch recht simpel einstellen, dass die grafische Oberfläche nicht mit gestartet werden soll, was noch einmal wertvolle Ressourcen frei macht.