Vor ein paar Tagen habe ich mich dazu entschlossen, mein Thinkpad
X60s durch ein
x200s auszutauschen. Im Prinzip war
ich immer sehr zufrieden gewesen mit meinem kleinen Begleiter. Was mich
in letzter Zeit allerdings tierisch störte, war der Umstand, dass die
rechte Handballenauflage sehr heiß wird. Leider ist das
konstruktionsbedingt und auch nicht vermeidbar und gerade wenn man
längere Zeit an dem guten Stück arbeiten will - und wie ich sowieso
schon immer warme Hände hat - wird es echt unangenehm. IBM/Lenovo hat
übrigens aus diesem Grund beim X61 einen kleinen Luftauslass an genau
dieser Stelle eingebaut, um so die übermäßige Wärme abzuführen.
Jedenfalls macht längeres Arbeiten oder Surfen auf der Couch so nur
mäßig Spaß…
Es traf sich daher ganz gut, dass ich beim Händler meines Vertrauens ein
gut erhaltenes Thinkpad x200s für relativ günstig Geld erstehen konnte.
Da bereits das X60s mit ArchLinux lief und ich damit sehr zufrieden war,
brauchte ich mir um die Frage des passenden OS - zumindest diesmal -
keine Gedanken machen :-)
Archlinux installieren
Die Installation von Archlinux unterscheidet sich schon stark von der
eines Debian. Nach dem Boot des Iso-Images landet man direkt in der
Shell und sonst nix. Von da an ist man (fast) völlig auf sich allein
gestellt. Hilfe bekommt man allerdings in Form einer kleinen Textdatei,
die die wichtigesten Installationsschritte aufführt. Alternativ kann man
auch mit einem zweiten Rechner oder dem Smartphone die
Installationsanleitung
im Arch-Wiki nehmen. Mit beiden Anleitungen ist die Installation
wirklich ein Kinderspiel, man sollte sich da auf jeden Fall nicht
abschrecken lassen sondern das Ganze einfach mal durch exerzieren; es
lohnt sich :-)
Nach der Grundinstallation
Hat man die Grundinstallation erfolgreich durchgeführt, hat man schon
ein minimales ArchLinux auf der Festplatte. Was fehlt sind aber noch ein
paar Anpassungen, wie etwas die Konfiguration des Soundsystems oder eine
grafische Oberfläche. Ebenso fehlen noch eine ganze Reihe an Programmen;
während der Installation wurden ja nur die Pakete aus der Gruppe
base
und
base-devel
installiert. Puristen mag das ja genügen, ich bin da etwas verwöhnter
:-)
Xserver und i3 installieren
Zunächst installiere ich den Xserver samt den passenden Treibern für die
integrierte Intel Grafikkarte sowie die Sound-Umgebung:
# pacman -S xorg-server xorg-xinit xorg-utils xorg-server-utils xf86-video-intel alsa-utils
Als nächstes kommt der ‘i3-Fentstermanager’, die ‘i3-Statusleiste’ sowie
‘dmenu’ als Softwaremenü hinzu:
# pacman -S i3-wm i3status dmenu
Als nächsten Schritt kopiert man die Beispiel-xinitrc-Datei in das
Home-Verzeichnis und trägt dort i3 als zu startenden Fenstermanager ein:
$ cp /etc/skel/.xinitrc ~
$ echo 'exec i3' >> ~/.xinitrc
Damit nach dem Booten automatisch der Xserver mit dem i3-Fenstermaager
gestartet wird, muss noch ein passender Login-Manager her. Ich verwende
gerne slim, da er schlank und einfach zu konfigurieren ist:
# pacman -S slim && systemctl enable slim
Nach diesen Schritten hat man bereits ein gut funktionierendes ArchLinux
mit i3 als Fenstermanager. Allerdings fehlt noch einiges an Software
sowie ein paar Kleinigkeiten.
Schriften
Für ein paar schönere Schriftarten kann man das Paket ‘ttf-dejavu’
installieren:
# pacman -S ttf-dejavu
Ein noch besseres Schriftbild erhält man, wenn man noch die
Kantenglättung ein wenig anpasst. Dazu erstellt man unter
\~/.config/fontconfig/ die Datei fonts.conf und trägt Folgendes dort
ein:
<!DOCTYPE fontconfig SYSTEM "fonts.dtd">
<fontconfig>
<match target="font">
<edit name="antialias" mode="assign"><bool>true</bool></edit>
<edit name="hinting" mode="assign"><bool>true</bool></edit>
<edit name="hintstyle" mode="assign"><const>hintslight</const></edit>
<edit name="lcdfilter" mode="assign"><const>lcddefault</const></edit>
<edit name="rgba" mode="assign"><const>rgb</const></edit>
</match>
</fontconfig>
Networkmanager
Für die Netzwerkkonfiguration nutze ich gern den Network Manager.
Darüber hinaus gibt es für diesen noch ein nettes Applet für die
Statusleiste:
# pacman -S networkmanager network-manager-applet && systemctl enable NetworkManager.service
Damit das Applet bei jedem Start automatisch mitgestartet wird, muss man
dieses noch in die \~/.xinitrc eintragen. Das Ganze sieht dann so aus:
#!/bin/sh
nm-applet &
exec i3
Programme
Da nun das Grundsystem steht, fehlen nur noch ein paar grundsätzliche
Programme um etwa Mails abzurufen oder im Internet zu surfen.
Standardmäßig installiere ich gern folgendes:
# pacman -S firefox firefox-i18n-de thunderbird thunderbird-i18n-de vlc audacious leafpad thunar evince
Danach stehen einem der Firefox sowie Thunderbird nebst den deutschen
Sprachpaketen sowie der VLC-Player und Audacious für Video- bzw.
Audio-Dateien zur Verfügung. Als grafischen Editor benutze ich neben
‘gvim’ auch mal gerne den ‘leafpad’. Fehlen nur noch ein Dateimanager
und ein Pdf-Reader. Hier benutze ich gerne zum einen den Thunar, welcher
als Standard beim Xfce-Desktop ist, und zum anderen ‘evince’ aus der
GNOME-Umgebung.
Jüngstes Mitglied in meiner immer umfangreicher werdenden Sammlung von
Laptops ist ein gebrauchtes Lenovo Thinkpad T500. Seit längerer Zeit
schon suchte ich nach einem gebrauchten Laptop mit einem ausreichend
großen Bildschirm. Mein 12'' Zoll Thinkpad X60s ist mir mittlerweile zu
klein, wenn es darum geht längere Texte, Webseiten oder Programme zu
bearbeiten. Man wird halt alt und die Augen werden auch nicht besser :-)
Eher zufällig stieß ich letztens auf der Seite eines bekannten
Auktionsportals auf diesen gebrauchte Thinkpad. Et volià
Hardwareausstattung:
Zugegeben, die Hardwareausstattung dieses Laptops ist ganz und gar nicht
mehr zeitgemäß und haut keinen mehr vom Hocker. Im Inneren werkelt ein
schon etwas betagter Core2Duo mit 2 Kernen @ 2,26 Ghz sowie 2 GB
DDR3-RAM. Verbaut war eine 160 GB SATA Festplatte von Seagate, welche
ich durch ein größeres und performanteres Modell von Western Digital
ersetzt habe. Größtes Plus - und der eigentliche Grund, warum ich dieses
Modell schließlich gekauft habe - ist der große 15'' Bildschirm mit
einer grandiosen Auflösung von 1680 x 1050 Bildpunkten. Gelitten hat
über die Jahre lediglich der Akku, der nur noch eine verbleibende
Restkapazität von etwa 48% aufweist. Alles in allem ist der T500 in
einem sehr guten Zustand mit nur minimalen Gebrauchsspuren.
OS:
Wie immer, wenn ich einen Rechner neu einrichte, stehe ich vor der Qual
der Wahl eines passenden Betriebssystems. Vor allem stellt sich die
Frage, bleibe ich beim alten, vertrauten Weg und richte ein
Debian-basiertes OS ein oder versuche ich mal etwas Neues und
installiere z.B. ArchLinux? Letztendlich habe ich mich für Debian
entschieden. Damit kenne ich mich momentan am besten aus und darüber
hinaus möchte ich das Thinkpad produktiv einsetzen, sodass allzu
umfangreiche Testereien an der Konfiguration des OS sich eh verbieten.
Da die Hardware nicht mehr ganz so taufrisch ist, war mir klar, dass
hier nur die bewährte Methode Debian + leichtgewichtiger Fenstermanager
zum Einsatz kommt. So habe ich mich auch hier wieder für i3 als
Fenstermanager entschieden.
Die Installation von Debian-Wheezy klappte reibungslos. Lediglich die
Firmware für die integrierte Intel-WLAN-Karte musste ich im Nachgang
manuell installieren. Out of the work funktionieren leider ein paar
Sondertasten nicht, darunter auch diejenigen für Mute, VolumeUp und
VolumeDown. Ich habe aber im Internet dafür schon ein passendes
Workaround gefunden; dazu demnächst mehr.
Die Installation von i3 und ein paar nützlichen Programmen war ebenso
ein Kinderspiel und ist mittlerweile nur noch Routine.
Fazit:
Das Thinkpad T500 ist ein rundum solides Notebook, dass ich jedem
vorbehaltlos empfehlen kann. Darüber hinaus bleibt es im Betrieb
angenehm kühl und den Lüfter hört man kaum. Der Core2Duo mag aus
heutiger Sicht zwar schon als total veraltet gelten, mit den richtigen,
leichtgewichtigen Anwendungen blüht er jedoch richtig auf und in Sachen
Schwuppdizität kann er sich durchaus mit einem aktuellen Core-I*
messen. Mit gerade einmal etwa 180MB RAM-Verbrauch nach dem Boot,
bleiben bei insgesamt 2GB RAM, noch genügend Reserven für eine ganze
Reihe an parallel laufenden Anwendungen.
Nein in diesem Artikel geht es nicht um den sportlichen BMW
i3, sondern um einen
Fenstermanager namens i3. Wer also auf der Suche
nach Fahrberichten oder Ähnliches hier gelandet ist, den muss ich leider
enttäuschen ;-). Im nachfolgenden Aktikel geht es vielmehr um einen
sogenannten Fenstermanager namens i3. Fenstermanager, hä? Genau!
Bis vor kurzer Zeit hätte ich mit dem Begriff genauso wenig anfangen
können. Grob gesagt ist ein Fenstermanager für das Minimieren,
Maximieren, Öffnen und Schließen von Fenstern innerhalb einer grafischen
Oberfläche zuständig. Irgendwann im letzten Jahr stolperte ich eher
durch Zufall im ubuntuusers wiki über eine Seite auf der mehere
Fenstermanager aufgelistet waren. Das machte mich ein wenig neugierig,
kannte ich doch bis dato nur komplette Desktopumgebungen wie Gnome, Xfce
oder Kde; aus der Windows-Welt war mir dieser Begriff ebenso
unbekannt...
Dabei kommen zwei unterschiedliche Konzepte zum Einsatz: Bei "normalen"
Fenstermanagern kann man die einzelnen Fenster beliebig verschieben und
sie verdecken sich gegenseitig und/oder überlappen einander. Im
Gegensatz dazu ordnen Tiling-fähige (wie eben bspw. i3 oder dwm)
wiederum alle Fenster neben und untereinander an, sodass kein Fenster
verdeckt ist. Ein großer Vorteil dieses bereits seit den 80er-Jahren
bekannten Konzepts ist, dass sich Tiling-fähige Fenstermanager auch sehr
gut über die Tastatur steuern lassen.
Installieren lässt sich i3 bequem aus den Debian-Paketquellen mittels
apt-get install i3. Gleich mit installiert wird dabei eine hübsche
Statusleiste "i3-bar"(wer nur den reinen Fenstermanager ohne die
Statusleiste möchte installiert einfach nur das Paket i3-wm). Nun trägt
man noch in der .xinitrc die Zeile "exec i3" ein und kann mittels startx
den Fenstermanager starten. Wer möchte kann sich auch einfach einen
Loginmanager wie z.B. slim oder
xdm installieren. Will man bequem auf
seine installierten Anwendungen mittels Menü zugreifen, sollte man sich
auf jeden Fall noch das Paket "suckless-tools" installieren (wird bei
der Installation von i3 automatisch mit installiert). Das darin
befindliche "dmenu" integriert sich wunderbar in i3. Nach dem ersten
Start wird man gefragt, wo i3 seine Konfigurationsdatei ablegen soll und
welche Meta-Taste (Alt oder die Windows-Taste; ich nehme lieber die
Alt-Taste) verwendet werden soll. Danach kann man direkt los legen.
Die wichtigsten Tastenkombinationen sind wohl:
- ALT+Enter: Terminal öffnen
- ALT+D: Dmenu öffnen
- ALT+SHIFT+Q: aktuelles Fenster schließen
- ALT+SHIFT+E: i3 beenden
- ALT+j: Fokuswechsel nach links
- ALT+k: Fokuswechsel nach oben
- ALT+l: Fokuswechsel nach unten
- ALT+ö: Fokuswechsel nach rechts
- ALT+v: vertikaler Split
- ALT+h: horizontaler Split
- ALT+e: Wechsel zwischen horizontalem und vertikalem Split
- ALT+s: Stacking-Modus
- ALT+w: Tabbing-Modus
- ALT+f: Vollbild des aktuellen Fensters
- ALT+1,2,3,n: Arbeitsfläche 1,2,3,n wechseln
Eine vollständige Übersicht und zudem eine Anleitung zur Konfiguration
von i3 kann man der offiziellen
Dokumentation entnehmen.
Beschrieben ist dort bspw. wie man eine andere Schriftart einstellt,
oder wie man Tastenbelegungen ändert. Darüber hinaus ist dort
beschrieben, wie man die Statusleiste "i3-bar" seinen Bedürfnissen
anpassen kann.
Für mich persönlich ist i3 genau das, was ich gesucht habe. Ein
einfacher, mächtiger Fenstermanager, der sich vollkommen über die
Tastatur bedienen lässt. Das Tilingkonzept finde ich in höchstem Maße
spannend und ich habe vor in der nächsten Zeit noch den ein oder anderen
Kollegen aus dieser Zunft auszuprobieren. Insbesondere im
Ressourcenverbrauch denke ich, geht noch was :-)