thinkretro.de

Mär 17, 2014

ElementaryOS auf dem Thinkpad X220

Da ich mir letzten Monat ein neues Notebook gekauft habe stand ich wieder einmal vor der Qual der Wahl, welches OS es denn diesmal sein sollte. Eher ein schlankes Debian, vielleicht mal ein Arch oder doch eins mit mehr optischem Schnick-Schnack? Darüber hinaus sollte es einfach zu warten und simpel zu bedienen sein. So gerne ich auch mit verschiedenen Konfigurationen herumspiele, manchmal möchte man doch einfach nur ein Gerät, das einfach funktioniert. Man wird halt alt :-)

Nach einigem Stöbern auf Distrowatch fiel meine Wahl auf elementaryOS.
Elementary OS ist eine relativ junge Distribution, die aktuelle Version "elementary OS Luna" basiert auf der Ubuntu 12.04 LTS Version. Dass heisst, das für diese Version fünf Jahre Updates bereit gestellt werden. Grundsätzlich verfolgt eOS das Ziel eine einfach zu handhabende Distribution zu sein und gestaltet sich in gewohnter Ubuntu-Manier sehr einsteigerfreundlich. Das Design erinnert m.E. sehr stark an MacOS und sieht auch sehr hübsch aus. Interessant ist, dass es eine ganze Reihe an weniger bekannten Programmen mit der Installation mit ausliefert und dazu auch einen eigenen Dateimanager "Files".

Installation:
Die Installation gestaltet sich, wie vom traditionellen Ubuntu gewohnt, sehr unkompliziert. Man besorge sich das aktuelle Image von der Website und packe dies mittels dd if=/pfad\_zum\_iso of=/pfad\_zum\_device bs=1M auf einen handelsüblichen USB-Stick und boote davon. Zum Einsatz kommt hier der hervorragende Ubuntu-Installer, der auch Laien sicher durch die Installation führt. Wahlweise kann man manuell die Festplatte seinen Wünschen nach partitionieren oder dies aber dem Installer überlassen; wer will kann hier auch gleich die /home-Parition verschlüsseln. Nach Abschluss der Installation und einem Reboot hat man ein schönes und sofort einsetzbares System.

Bei meinem Thinkpad quittierte das System allerdings nach der Installation in unregelmäßigen Abständen mit einem totalen Systemfreeze immer wieder den Dienst; da half nur ein Aus- und wieder Einschalten. Sehr ärgerlich. Auch konnte ich in den logs nirgends einen Grund finden. Abhilfe schaffte hier einen aktuelleren Kernel zu installieren. Danach lief alles rund. Besonders komfortabel finde ich im Ubuntuumfeld ja immer die nachträgliche Installation der Grafiktreiber. Ich weiß nicht mehr wie oft (aber es war auf jeden Fall sehr oft) ich das System wieder geschrottet habe, weil ich die Grafiktreiber falsch installiert habe.

Erweiterungen:
Standardmäßig bietet eOS schon einige Möglichkeiten zur Konfiguration und Individualisierung. Wem dies noch zu wenig ist - ich gehöre da bspw. dazu - der füge auf jeden Fall die Community PPA hinzu "sudo add-apt-repository ppa:versable/elementary-update". Darin enthalten ist u.a. das Paket "elementary Tweaks", das eine Vielzahl an individuellen Konfigurationen ermöglicht. Besonders interessant fand ich in diesem Zusammenhang die Möglichkeit das Terminal gleich im Solarized-Theme erstrahlen zu lassen.

Fazit:
Elementary OS macht auf mich einen sehr soliden Eindruck. Persönlich finde ich das MacOS-ähnliche Design sehr ansprechend und es ist in der Bedienung sehr intuitiv bedienbar. Generell läuft nach dem Kernel-Update alles rund und smooth. Genauso wie ich es mag :-)