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Dez 09, 2014

ArchLinux und i3 auf dem Thinkpad x200s

Vor ein paar Tagen habe ich mich dazu entschlossen, mein Thinkpad X60s durch ein x200s auszutauschen. Im Prinzip war ich immer sehr zufrieden gewesen mit meinem kleinen Begleiter. Was mich in letzter Zeit allerdings tierisch störte, war der Umstand, dass die rechte Handballenauflage sehr heiß wird. Leider ist das konstruktionsbedingt und auch nicht vermeidbar und gerade wenn man längere Zeit an dem guten Stück arbeiten will - und wie ich sowieso schon immer warme Hände hat - wird es echt unangenehm. IBM/Lenovo hat übrigens aus diesem Grund beim X61 einen kleinen Luftauslass an genau dieser Stelle eingebaut, um so die übermäßige Wärme abzuführen. Jedenfalls macht längeres Arbeiten oder Surfen auf der Couch so nur mäßig Spaß…

Es traf sich daher ganz gut, dass ich beim Händler meines Vertrauens ein gut erhaltenes Thinkpad x200s für relativ günstig Geld erstehen konnte. Da bereits das X60s mit ArchLinux lief und ich damit sehr zufrieden war, brauchte ich mir um die Frage des passenden OS - zumindest diesmal - keine Gedanken machen :-)

Archlinux installieren

Die Installation von Archlinux unterscheidet sich schon stark von der eines Debian. Nach dem Boot des Iso-Images landet man direkt in der Shell und sonst nix. Von da an ist man (fast) völlig auf sich allein gestellt. Hilfe bekommt man allerdings in Form einer kleinen Textdatei, die die wichtigesten Installationsschritte aufführt. Alternativ kann man auch mit einem zweiten Rechner oder dem Smartphone die Installationsanleitung im Arch-Wiki nehmen. Mit beiden Anleitungen ist die Installation wirklich ein Kinderspiel, man sollte sich da auf jeden Fall nicht abschrecken lassen sondern das Ganze einfach mal durch exerzieren; es lohnt sich :-)

Nach der Grundinstallation

Hat man die Grundinstallation erfolgreich durchgeführt, hat man schon ein minimales ArchLinux auf der Festplatte. Was fehlt sind aber noch ein paar Anpassungen, wie etwas die Konfiguration des Soundsystems oder eine grafische Oberfläche. Ebenso fehlen noch eine ganze Reihe an Programmen; während der Installation wurden ja nur die Pakete aus der Gruppe base und base-devel installiert. Puristen mag das ja genügen, ich bin da etwas verwöhnter :-)

Xserver und i3 installieren

Zunächst installiere ich den Xserver samt den passenden Treibern für die integrierte Intel Grafikkarte sowie die Sound-Umgebung:

# pacman -S xorg-server xorg-xinit xorg-utils xorg-server-utils xf86-video-intel alsa-utils

Als nächstes kommt der ‘i3-Fentstermanager’, die ‘i3-Statusleiste’ sowie ‘dmenu’ als Softwaremenü hinzu:

# pacman -S i3-wm i3status dmenu

Als nächsten Schritt kopiert man die Beispiel-xinitrc-Datei in das Home-Verzeichnis und trägt dort i3 als zu startenden Fenstermanager ein:

$ cp /etc/skel/.xinitrc ~
$ echo 'exec i3' >> ~/.xinitrc

Damit nach dem Booten automatisch der Xserver mit dem i3-Fenstermaager gestartet wird, muss noch ein passender Login-Manager her. Ich verwende gerne slim, da er schlank und einfach zu konfigurieren ist:

# pacman -S slim && systemctl enable slim

Nach diesen Schritten hat man bereits ein gut funktionierendes ArchLinux mit i3 als Fenstermanager. Allerdings fehlt noch einiges an Software sowie ein paar Kleinigkeiten.

Schriften

Für ein paar schönere Schriftarten kann man das Paket ‘ttf-dejavu’ installieren:

# pacman -S ttf-dejavu

Ein noch besseres Schriftbild erhält man, wenn man noch die Kantenglättung ein wenig anpasst. Dazu erstellt man unter \~/.config/fontconfig/ die Datei fonts.conf und trägt Folgendes dort ein:

    <!DOCTYPE fontconfig SYSTEM "fonts.dtd">
    <fontconfig>
      <match target="font">
        <edit name="antialias" mode="assign"><bool>true</bool></edit>
        <edit name="hinting" mode="assign"><bool>true</bool></edit>
        <edit name="hintstyle" mode="assign"><const>hintslight</const></edit>
        <edit name="lcdfilter" mode="assign"><const>lcddefault</const></edit>
        <edit name="rgba" mode="assign"><const>rgb</const></edit>
      </match>
    </fontconfig>

Networkmanager

Für die Netzwerkkonfiguration nutze ich gern den Network Manager. Darüber hinaus gibt es für diesen noch ein nettes Applet für die Statusleiste:

# pacman -S networkmanager network-manager-applet && systemctl enable NetworkManager.service

Damit das Applet bei jedem Start automatisch mitgestartet wird, muss man dieses noch in die \~/.xinitrc eintragen. Das Ganze sieht dann so aus:

    #!/bin/sh

    nm-applet &
    exec i3

Programme

Da nun das Grundsystem steht, fehlen nur noch ein paar grundsätzliche Programme um etwa Mails abzurufen oder im Internet zu surfen. Standardmäßig installiere ich gern folgendes:

# pacman -S firefox firefox-i18n-de thunderbird thunderbird-i18n-de vlc audacious leafpad thunar evince

Danach stehen einem der Firefox sowie Thunderbird nebst den deutschen Sprachpaketen sowie der VLC-Player und Audacious für Video- bzw. Audio-Dateien zur Verfügung. Als grafischen Editor benutze ich neben ‘gvim’ auch mal gerne den ‘leafpad’. Fehlen nur noch ein Dateimanager und ein Pdf-Reader. Hier benutze ich gerne zum einen den Thunar, welcher als Standard beim Xfce-Desktop ist, und zum anderen ‘evince’ aus der GNOME-Umgebung.